Straßenprojekt "Fusionstreet"
Unerwartet tauchen sie im Straßenbild auf. Bunt und riesengroß schauen sie auf die Passanten und bieten dem Betrachter ein ungewöhnliches Bild in dem sonst eher tristen Stadtteil Neukölln. Zwei überdimensionale Ochsenfrösche am Eingang der Rütlistraße waren das Erkennungssymbol unserer FUSIONSTREET und unübersehbares Zeichen im Kiez. Heute bewachen sie den Campus Rütli.  Durch die Sperrung und Umgestaltung der Straße im Jahr 2003 war eine Oase entstanden, die man in Neukölln selten findet. Doch nicht nur das äußere Erscheinungsbild war außergewöhnlich. Obwohl auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet, war die FUSIONSTREET ein für alle offener Ort, an dem die vielen verschiedenen Menschen im Kiez zusammen kommen und kommunizieren konnten. Das war wichtig für das Leben miteinander, besonders in einem Gebiet, in dem viele verschiedene Ethnien aufeinander treffen und das als "sozialer Brennpunkt" galt.

Die Idee entstand 2001 aus der Logik der Sache selbst: Eine kleine für den Verkehr nicht gebrauchte Straße mit zwei Schulen, zwei Kitas und einem Jugendzentrum, ohne direkte Anwohner war als eine Straße für Kinder und Jugendliche, eine Jugendstrasse, wie geschaffen. Das Konzept für die FUSIONSTREET wurde bei einem Planungsworkshop im Jahr 2002 weiterentwickelt, bei dem Schüler der Rütli-Oberschule sowie Kinder und Jugendliche aus dem Jugendclub MANEGE mitwirkten. In zwei gut besuchten Bürgerversammlungen wurde das Konzept der Öffentlichkeit vorgestellt und von den meisten Anwohnern positiv aufgenommen. So entstand in der FUSIONSTREET auf einer Länge von etwa 350m ein großer Aktivitätsraum: Es gab Plätze für Sport und Spiele, Kommunikations- und Aufenthaltsräume und ein Open-Air-Cafe. Partys, Konzerte, Tanzshows, Flohmärkte, Kunst und Theater – alle Ideen wurden hier umgesetzt. Für die angrenzenden Schulen war die FUSIONSTREET zeitweise eine Art erweiterter Schulhof. Die Jugendstrasse war aber nicht nur den jungen Leuten vorbehalten, ebenso freuten wir uns über Initiativen von Anwohnern und anden Kinder- und Jugendeinrichtungen. Alle waren hier willkommen, um mit den Jugendlichen etwas auf die Beine zustellen oder einfach nur, um bei Kaffee und Kuchen die freundliche Atmosphäre in der Rütlistraße zu genießen.

Mit der FUSIONSTREET hat sich FUSION e.V. für seine Arbeit einen Teil der städtischen Landschaft erobert und gestaltete hier phantasievoll und lebendig den Sozialraum, der den Bedürfnissen der hier aufwachsenden Kinder und Jugendlichen gerecht wurde. Die markant signierte Straße machte unsere Arbeit für die Öffentlichkeit sichtbar und steigerte im Kiez die Wahrnehmung für das Positive, das kulturelle Vielfalt mit sich bringt.

Dank der der guten Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure war eine schnelle Projektdurchführung möglich. FUSION e.V. bedankt sich als Projektträger bei der Berliner Senatverwaltung für Stadtentwicklung, beim Bezirksamt Neukölln und beim Quartiersmanagement Reuterplatz für das Vertrauen in die Idee und die konsequente Unterstützung bei der Umsetzung.
Das Konzept des Projektes "Jugendstrasse" aus dem Jahr 2002 kann in aller Ausführlichkeit hier nachgelesen werden: Konzept Jugendstrasse
2007 entstand dann auf dem Gelände, das durch die Umsetzung des Konzepts Jugendstrasse qualitativ verändert worden war, der Campus Rütli.
2012 gab FUSION e.V. die Arbeit im Jugendclub MANEGE auf dem Campus Rütli auf. Damit war das Projekt Jugendstrasse beendet.
Die Gründe dafür können nachgelesen werden in dem Artikel Bildung ist Schulsache. Basta.
Link: Galerie 4 > Manege + Fusionstreet