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Creative Communication Camp PDF Drucken E-Mail

Ein Projekt zur Gestaltung der Migrationsgesellschaft

Die Idee der FUSION-Kommunikationswerkstatt als Lern- und Begegnungsort kann seit Mitte August mit einer Förderung von AKTION MENSCH und der Jugend-Und Familienstiftung des Landes Berlin (jfsb) als einjähriges Projekt unter dem Titel Creative Communication Camp verwirklicht werden.

Es geht darum, den Prozess der Integration durch ein Handlungsformat anzureichern, das geflüchtete Menschen mit Deutschland und Europa vertraut macht und Kommunikation und Kooperation zwischen ihnen und Deutschen in Gang bringt.

Wir gehen davon aus, dass Kennenlernen und besseres gegenseitiges Verständnis, die Fähigkeit und die Möglichkeit intensiv miteinander zu kommunizieren und Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen und zu besprechen, wichtige Schritte sind bei der humanistischen demokratischen Gestaltung der Migrationsgesellschaft und die beste Medizin gegen Vorurteile, Angst und Hass, mit denen unsere Gesellschaft heute zu kämpfen hat.

Für den Aufbau der Kommunikationswerkstatt suchen wir kreative, aufgeschlossene Menschen mit schon vorhandenen Deutschkenntnissen oder guten Englischkenntnissen aus dem Kreis der Flüchtlinge/Migranten, die Lust haben, den Integrationsprozess selbst mit in die Hand zu nehmen und aktiv mit zu gestalten.

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Das Projekt wird gefördert von AKTION MENSCH und der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin (jfsb )

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Das Projekt entwickelt und erprobt ein neues Modul im Integrationsprozess, das mit kreativen Methoden gezielt kommunikative Kompetenzen fördert und dadurch Flüchtlingen und Migranten das Sich-Zurechtfinden und die Verortung in der deutschen Gesellschaft erleichtert, aber auch Deutschen die Möglichkeit bietet, mit Flüchtlingen und Migranten in Kontakt zu kommen und sich ein differenzierteres Bild über Flucht, Migration und die neuen Nachbarn  zu machen.

Die Herausforderung der Migrationsgesellschaft, in der wir heute leben, besteht darin, den Prozess der Integration so zu gestalten, dass aus Flüchtlingen und Migranten Mitbürger werden können.

Die Möglichkeit zu offener Kommunikation ist ein wesentliches Merkmal einer demokratischen Gesellschaft, die von ihren Bürgern gestaltet wird. Im Medium der Kommunikation bilden sich Respekt, Akzeptanz, Vernetzung und der Wille und die Fähigkeit zur Kooperation.

In der Kommunikationswerkstatt wird das Miteinander-Reden und Sich-Verständigen, der interkulturelle Dialog, beim gemeinsamen kreativen Arbeiten praktisch eingeübt, so dass Kommunikationskompetenz ein Werkzeug bei der Bewältigung der Herausforderungen des Alltagslebens und der Gestaltung der Zukunft  werden kann.

Das Projekt der Kommunikationswerkstatt wird in drei aufeinander aufbauenden Phasen durchgeführt:

Phase I (September - Dezember 2016):

Ziel ist die Bildung einer Kerngruppe aus 10-20 Flüchtlingen/Migranten mit guten Englisch- oder Deutschkenntnissen, die von drei erfahrenen Projektmitarbeitern, von denen einer Arabisch spricht, mit den Projektzielen und den Arbeitsmethoden vertraut gemacht und befähigt wird, aktiv im weiteren Projektverlauf mit zu arbeiten. Das Wissen der in Phase I gebildeten Gruppe über europäische und deutsche Themen in Bezug auf Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur und die Fähigkeiten, dieses Wissen an andere zu kommunizieren, erweitern sich. Die Kerngruppenmitglieder werden in die Lage versetzt, als Mediatoren und Multiplikatoren in der in den Phasen II und III erweiterten Kommunikationswerkstatt zu wirken. Die in dem einjährigen Projektverlauf gewonnenen Erfahrungen und Kompetenzen sollen dazu beitragen, bei der zukünftigen Gestaltung des Integrationsprozesses eine professionelle Rolle zu finden.

Phasen II (Januar – April 2017) und III (Mai - August 2017):

Ziel ist es, möglichst viele unterschiedliche Menschen in gemeinsamer kreativer Arbeit und im Gespräch zusammen zu bringen, so dass daraus ein stabiles Kontakt- und Kooperationsnetzwerk entsteht.  Über das Kennenlernen, Austauschen und Vergleichen der unterschiedlichen Geschichten und die gemeinsame kreative Arbeit wird Verständnis, Akzeptanz und Wertschätzung gesellschaftlicher Vielfalt in der Werkstattsituation beispielhaft erlebbar.

Für Kinder und Jugendliche ist die Befähigung zu selbständigem Denken ein besonders wichtiges Ziel. Erfahrungs- und Kompetenzzuwachs, Horizonterweiterung, Freude am Entdecken und Erproben der eigenen kreativen Fähigkeiten, Verbesserung der Artikulations- und Argumentationsfähigkeit sollen zur Orientierung und zur Stärkung des Selbstbewusstseins von jungen Menschen beitragen und ihre Motivation und Fähigkeit fördern, sich in der Migrationsgesellschaft zu positionieren, an der humanen Gestaltung und Weiterentwicklung dieser Gesellschaft zu partizipieren und Verantwortung zu übernehmen.

In Phase II wird der Kreis der Teilnehmer/innen erweitert. Zielgruppen sind Migrantenfamilien, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und deutsche Interessenten.

Die Bandbreite der Möglichkeiten gemeinsamer kreativer Gestaltung erstreckt sich von Skulpturenbau, Objektdesign, Malerei, kreativem Schreiben, Theater bis zu Film und Musik.

Themenfelder, die im Zentrum stehen, sind Flucht, Migration, Krieg, globale politische und wirtschaftliche Zusammenhänge, in diesem Rahmen die UN Agenda 2030, politische, gesellschaftliche und kulturelle Realität in Europa und Deutschland, Migrationsgesellschaft, persönliche Ziele und Orientierung der Teilnehmer/innen.

Jedes Kerngruppenmitglied übernimmt die Rolle eines Coachs für zwei Teilnehmer/innen.

Phase III beinhaltet den Übergang von interpersonaler und Gruppenkommunikation in die Dimension der öffentlichen Kommunikation.  Die Arbeit mit spezifischen Einzelgruppen aus Phase II wird aufgehoben. Teilnehmen können alle, die in Phase II dabei waren sowie neue Interessenten.

Ziel ist es, den Prozess des Kennenlernens und Zusammenarbeitens zu intensivieren. Dementsprechend können die Formate der Objekte, an denen gearbeitet wird, quantitativ und qualitativ vergrößert werden. So kann beispielsweise aus einzelnen Theaterszenen, die in Phase II entwickelt wurden, ein größeres, komplexeres Stück entstehen, können kleine Videos zu einem zusammenhängenden Episodenfilm montiert werden, können Einzelobjekte zu einer Ausstellung gebündelt werden oder können plastische Objekte zur Dekoration und Ausstattung einer Art Studio oder Bühne entwickelt werden, wo die Arbeit mit öffentlicher Kommunikation erprobt wird.

Planung, Organisation und Durchführung von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungsformaten, die die Inhalte und Ergebnisse der Werkstattarbeit in geeigneten Formen nach außen tragen, wird während der beiden letzten Projektmonate Teil der Werkstattarbeit.

Es geht darum, Position zu beziehen im Integrationsprozess, sichtbar und hörbar zu werden in der Migrationsgesellschaft.

Der Titel des Projekts Creative Communication Camp ist bewusst gewählt. Er bezieht sich auf die kreativen Produktionsorte weltweit, an denen Menschen über einen Prozess von vielen Monaten gemeinsam Kunstprodukte für große öffentliche Events wie Karneval oder andere saisonale Jahresfeste herstellen. Die Atmosphäre an diesen Orten ist geprägt von Vitalität, Lebensfreude, Kooperation und gegenseitigem Lernen. Deswegen stellen wir uns die Kommunikationswerkstatt als "Camp" vor: einen lebendigen bunten Ort, der für die Menschen, die dort zusammentreffen so bereichernd und inspirierend wirkt, dass sie daraus Stärke und Selbstbewusstsein beziehen können und die Inhalte, die dort gemeinsam erarbeitet werden, auch in ihrem Alltagsleben nutzen und weiter kommunizieren. Diese Art von Camp ist auch gedacht als bewusster Gegenentwurf zur der Form von Lagern, die im Zuge von Migration weltweit immer häufiger entstehen und die Erfahrungen vieler Flüchtlinge und Migranten prägen.

Das Projekt schafft durch seinen inhaltlichen und methodischen Ansatz nachhaltige Zusammenhänge und Handlungsmodelle, die im Prozess der Integration komplementär zu bestehenden standardisierten Angeboten wie Sprach- und Integrationskursen unterstützend und stabilisierend wirken können.

Wir können uns durchaus vorstellen, dass systematisch aufgebaute und betriebene Kommunikationswerkstätten zur Überwindung der Polarisierung zwischen Alteingesessenen und Neuhinzugekommenen in Deutschland wirksam beitragen können. Der Modellcharakter des Projekts impliziert, dass Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen werden, die auch nach Projektende andernorts genutzt und angewandt werden können.

In Bezug auf Nachhaltigkeit versteht sich das Projekt als Plattform. Die Problematik der Migration und Integration wird uns auch in Zukunft stark beschäftigen. Kontakte, Kooperationen, Vernetzungen und Erfahrungen der Aufbau- und Erprobungsphase des einjährigen Projekts werden die Basis bilden für Folgeprojekte, die von denen initiiert und mitgetragen werden, die durch ihre Projektteilnahme Partizipation und Mitgestaltung eines humanen und respektvollen Zusammenlebens als wesentliches Angebot und als Grundbedingung einer demokratischen Gesellschaft erfahren und erkannt haben.

Es ist Ziel des Projekts, Teilnehmer/innen zu motivieren und zu befähigen, selbständig Projekte unterschiedlichen Formats zu konzipieren und durchzuführen, die die Kernideen der Kommunikationswerkstatt, Teilhabe durch Dialog, Respekt, Akzeptanz, Verantwortung und Zusammenarbeit  praktisch weiter in die Gesellschaft tragen und dadurch dazu beitragen, den Integrationsprozess substanziell zu vertiefen.

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Projektplan

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